Montag, 18. März 2019

Ob Eier- oder Eisautomaten, gerade im Lebensmittelbereich wird Telemetrie immer wichtiger

Ob Eier- oder Eisautomaten, gerade im Lebensmittelbereich wird Telemetrie immer wichtiger

Hierbei geht es um die Auslesung der Daten sowie die Anbindung an das Warenwirtschaftssystem. Nur so können die einzelnen Prozessschritte optimiert werden. 

Gerade in Warenautomaten, bei denen bis zu 50 unterschiedliche Artikel verwaltet werden müssen, ist es langfristig einfach unverzichtbar eine gut funktionierende Warenwirtschaft im Hintergrund zu haben. Wobei hier natürlich per Telemetrie die Daten vollautomatisch geliefert werden müssen.  Dabei müssen bei geeigneten Warenautomaten entscheidende Vorteile dadurch erzielt werden, 

dass anstelle einer intervallgesteuerten eine bedarfsgesteuerte Versorgung sowie eine Störungserkennung in Echtzeit ermöglicht wird. Die zeitnahe Verfügbarkeit verlässlicher, telemetrisch erhobener Daten verbessert zudem die Möglichkeiten zur Analyse und Optimierung des Angebotes im Automaten sowie der Wirtschaftlichkeit von Automatenstandorten.  Dies bedeutet, dass eine Zentrale einerseits ihre Warenautomaten fernsteuert, -regelt und -überwacht und andererseits die Automaten Messwerte an die Zentrale sendet und damit diese über den aktuellen Betriebszustand unterrichtet. Der Telemetrie kommt besonders dann große Bedeutung zu, wenn große Distanzen zu überbrücken sind oder es sich etwa um Geräte an schwer zugänglichen Orten oder um bewegte Maschinenteile handelt. Warenautomaten dienen dabei der Veräußerung von Waren wie etwa Lebensmitteln, Zigaretten oder sonstigen Gütern des täglichen Bedarfs. Da es hier Verkaufsschwankungen gibt, können Telemetrie Lösungen das „Leerverkaufen“ von Warenautomaten vorbeugen.  Was Telemetrie Lösungen heute leisten sollten: 

Meldung von Defekten  

  • Erkennen von Störungen 
  • Erkennen der Fehlerarten 
  • Fernwartung per remote Control 
  • Reduktion der Wartungs- und Reparaturkosten 
  • Senkung der durchschnittlichen Ausfallszeit 
  • Erhöhung der Verfügbarkeit

Meldungen der Verkaufsdaten  

  • Vermeidung von Leerschächten 
  • Vermeidung von Nullschächten 
  • Bedarfsgerechte Routenplanung 
  • Überprüfung der Standortrentabilität  
  • Transparenz der Abverkäufe und Umsätze 
  • Erhöhung der Umsätze 
  • Einsparung von Lieferfahrten  
  • Optimierung der angebotenen Füllprodukte und Vermeidung von Fehlbestückungen 
  • Zeitliche Verkürzung der Arbeitsabläufe beim Operating und in der Verwaltung 
  • Kontrolle der Mitarbeiter Fernsteuerung durch Zentrale    
  • Preisänderungen  
  • Umstellung Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt 
  • Behebung von Fehlern  
  • Veränderung der Rezeptur bei Getränkeautomaten (z.B. Stärke des Kaffees) 
  • Reduktion der Wartungs- und Reparaturkosten 
  • Erhöhung der Verfügbarkeit 
  • Einsparung von Lieferfahrten 
  • Zeitliche Verkürzung der Arbeitsabläufe 
  • Einheitliche Qualität
  • Übermittlung von Zahlungsinformationen 
  • Übertragung der Kasseninhalte 
  • Zahlungsinformationen bargeldloser Bezahlverfahren werden direkt an die Clearingstelle weitergeleitet 
  • Überprüfung des Kasseninhalts und der eigenen Operatoren 
  • Kosteneinsparungen in der Verwaltung  
  • Zinsgewinn Anbindung an Warenwirtschaftssystem 
  • Automatisches Einpflegen von Absatzzahlen ohne Medienbruch  
  • Zahlungsinformationen stehen für die Kalkulation zeitnah und 
  • digital zur Verfügung 
  • Kosteneinsparungen in der Verwaltung 
  • Verbesserte Analysemöglichkeit der Daten 
  • Einheitlicher Datenbestand 
  • Verarbeitung der Daten entlang der innerbetrieblichen Wertkette 

Neben etwaigen Umsatzsteigerungen durch die beschriebenen Potenziale kann der Einsatz einer Telemetrie Lösung bei Warenautomaten auch zu Kostensenkungen führen. Angesprochen wurden bereits Senkungen im Rahmen der Reparatur- und Instandhaltung. Weiteres Potenzial birgt die Optimierung von Arbeitsabläufen. Neben der Fahrt zum Automaten ist der Befüll-Vorgang das zeitintensivste innerhalb des Operating-Prozesses. Mit dem Lesen der Telemetriedaten hat der Operator Kenntnis über die Summe der Abgänge und kann somit den Warenbestand des Automaten errechnen. Er kann daraufhin mit einer genau abgestimmten Menge an vorkommissionierten Füllprodukten zum Standort gehen. Damit werden die doppelten Arbeitsschritte Gang zum Automaten, Türe öffnen, Inventur durchführen, Türe schließen und Gang zum Fahrzeug (um die benötigten Produkte zusammenzustellen) eingespart. Auch hier wird der Aufwand zur Erlangung der 

Information verringert bzw. eine Entscheidung unter Unsicherheit vermieden. Die Optimierung von Arbeitsabläufen ist besonders an Standorten interessant, an denen die Befüllung mit höherem Aufwand und längeren Wegen verbunden ist. Deutlich höhere Kosteneinsparungen als die Optimierung des Operating-Prozesses selbst versprechen Änderungen in den administrativen Abläufen. Insbesondere die Eingabe der handschriftlichen Erfassungsbögen in das Warenwirtschaftssystem gestaltet sich äußerst aufwendig und zieht zudem häufig Übertragungsfehler nach sich. 

Derzeitige Telemetrie Module sind hierfür jedoch nicht geeignet, denn diese senden bisher lediglich Verkaufs- und Umsatzzahlen. Eine Möglichkeit wäre hier etwa die Ausstattung  der Fülltechniker mit mobilen Endgeräten wie PDA, deren Daten medienbruchfrei in das 

Warenwirtschaftssystem übertragen werden können auch Abteilungen wie Einkauf und Lager können dann zeitnah auf diese Daten zurückgreifen und diese mit dem Ziel der Optimierung von Beschaffung und Lagerhaltung analysieren. Ein weiterer Effekt liegt in der Überprüfung der Fülltechniker. Die telemetrische Datenübertragung macht hier schnell nachvollziehbar, ob der schlechte Umsatz eines Automaten durch den Standort begründet ist, oder durch den Fülltechniker, der diesen lediglich einmal im Monat befüllt. Weiterhin können telemetrisch erhobene Daten wertvolle Hinweise zur Klärung der häufig auftretenden und bislang meist nicht immer nachvollziehbaren Differenzen zwischen nachgefüllten Waren und der vom Fülltechniker abgegebenen Bargeldmenge liefern. 

Neben dem Operating-Prozess kann eine telemetrische Lösung ebenso die Bezahlfunktionalität des Automaten unterstützen. Dies bezieht sich auf die Online-Autorisierung von Transaktionen (die jedoch typischerweise erst bei höheren Beträgen von Bedeutung ist), auf die Übertragung von Zahlungsdaten an die Operating-Zentrale sowie auf alle Arten Wallet-basierter oder prinzipiell autorisierungsbedürftiger Bezahlverfahren, etwa im Mobile Payment.  Das derzeit größte Problem liegt jedoch in der fehlenden Standardisierung und Abwärtskompatibilität. Viele Module sind ausschließlich auf die Gerätefunktionen einzelner Automatenhersteller spezialisiert und unterstützen auch hier nur neueste Protokoll-Standards, die lediglich von einer sehr geringen Zahl von Automaten bereits verwendet werden. Damit ist eine Verwendung in der Masse der Automaten derzeit nicht möglich. Die Ermittlung und Interpretation der Automaten-Nutzdaten ist leider noch unzureichend. So verhindert beispielsweise die Inkompatibilität von Protokollen die Übermittlung von Fehlerziffern, womit die Masse beschriebenen Potenziale für das Störungsmanagement nicht realisiert werden kann. An anderer Stelle werden etwa zwar Verkäufe nachgehalten, nicht aber Warenbestände. Damit ist eine Push-Meldung bei Erreichen des Mindestbestandes nicht möglich. Erst das Vorliegen eines Leerschachtes wird von der Automaten-Steuerung erkannt und eine Fehler-SMS generiert. Bei Snack- oder Kaltgetränkeautomaten wird der Zustand z.B. dadurch erkannt, dass der Konsument ein Produkt wählt, der Ausgabemechanismus reagiert, aber kein Produkt durch die vor dem Ausgabeschacht befindlichen Infrarotsensoren fällt, d.h. der zu vermeidende Umsatzverlust bereits eingetreten ist und sich bis zum Eintreffen eines Fülltechnikers fortsetzen wird.  Ein erheblicher Hinderungsgrund liegt darin, dass sich die derzeit verfügbaren Module nur bei einer kleinen Zahl hochmoderner Warenautomaten einsetzen lassen. Operatoren und Telemetrieanbieter stehen dabei gemeinsam vor dem Problem, dass sich bis heute in der Vending-Branche keine einheitlichen Protokoll-Standards durchgesetzt haben. Erst wenn die Automaten-Hersteller die eigenen proprietären Protokolle zu Gunsten neuer, einheitlicher Standards aufgeben, ist ein wirtschaftlich sinnvoller, flächendeckender Telemetrieeinsatz möglich. Einen aussichtsreichen Ansatz stellt hier der EVA-DTS (European Vending Association – Data Transfer Standard) dar, den Modulen gleichzeitig erlaubt, die mit dem Warenwirtschaftssystem in der Zentrale zu verbinden und zu synchronisieren. Der simple Einsatz von Telemetrie Modulen zur Senkung der Operating-Kosten ermöglicht Verbesserungen in gewissem Umfang. Die Verwendung mobiler Technologie ermöglicht jedoch darüber hinaus völlig neue, digitalisierte Geschäftsprozesse. Im zunehmend schwieriger werdenden betriebswirtschaftlichen Umfeld wird das Beherrschen mobiler Geschäftsprozesse hierdurch für die Unternehmen der Vending-Branche zu einer entscheidenden Herausforderung im Wettbewerb. 


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